Sanne langweilt sich zu Tode. Ihre Kinder sind zu groß, um sich noch von ihr bemuttern zu lassen und ihr Mann ist ständig unterwegs, so dass sie meistens allein in ihrer zugegebenermaßen schicken Bauhaus-Villa auf dem zugegebenermaßen sehr schönen Seegrundstück sitzt. Aber tagfüllend ist das nicht gerade. Warum hatte sie noch mal keinen richtigen Beruf? Ach ja, sie war mitten im Studium ungeplant schwanger geworden und hatte dann auch gleich ein zweites Kind bekommen. Tja ... Also, zum Kochen ist es noch zu früh... Ist eigentlich noch Schokolade im Haus? Aber dann klingelt das Telefon, und plötzlich hat Sanne sogar ziemlich viel zu tun und es gerät einiges in Bewegung in ihrem Leben.


Fritzi heißt eigentlich Friederike von Bernsdorf und hat eindeutig den Grace-Kelly-Faktor: immer schön und makellos, toll angezogen, lange Beine, Alabaster-Teint. Ihr Leben allerdings hat so gar nichts von dem eines Filmstars. Fritzi ist alleinerziehende Mutter einer fünfjährigen Tochter und versucht, als Fotografin Fuß zu fassen. Die Hauptrolle in ihrem Leben spielt neben ihrer Tochter ihr internetfähiger Fernseher mit Serien-Flatrate. Den sie sich eigentlich überhaupt nicht leisten konnte, genau so wenig wie die Klamotten, die sie trotzdem ständig online bestellt. Aber ihr größtes Problem ist was ganz anderes ... 


Strahlendes Lächeln, Zahnlücke, immer einen trockenen Spruch parat – das ist Mona. Sie ist Redakteurin einer Kochsendung, ohne vom Kochen auch nur die geringste Ahnung zu haben. Dafür versteht sie umso mehr vom Umgang mit den Promis, die in die Sendung kommen und die sie gewissenhaft betreut, in Einzelfällen auch die ganze Nacht nach der Aufzeichnung über. Da ihr Freund verheiratet ist, betrachtet sie das als ihr gutes Recht. Wenn sie nämlich eins garantiert nicht machen wird, dann die klassische Geliebte geben. Schließlich ist ihr Leben kein bürgerliches Trauerspiel. Sie betrachtet es eher als Episodenfilm, mit schnellen Schnitten, urban, modern und amüsant. Dann allerdings geschieht etwas, das ihre Lässigkeit ziemlich auf die Probe stellt.


Kirsten ist im Moment auffallend hektisch und verspannt. Sie unterrichtet Deutsch und Musik am Gymnasium und muss bis auf weiteres „nebenbei“ auch noch den Direktor vertreten. Das und andere Dinge machen ihr so viele Sorgen, dass sie im Schlaf mit den Zähnen knirscht und deshalb nachts eine Beißschiene tragen muss. Die anderen früheren Mitbewohnerinnen ziehen Kirsten bis heute damit auf, dass sie immer brav zur Uni gegangen ist und nicht ein einziges Mal in all den Jahren mit den anderen blau gemacht hat. Aber Sanne, Fritzi und Mona wissen auch, was sie an Kirsten haben, denn mehr als ein Mal war sie es, die alle zusammengehalten hat. Und diese Eigenschaft ist bald gefragt, als es beim Ausräumen von Isas Haus zum Eklat kommt.